You are currently viewing Zwei Aufreger in Mainz

Zwei Aufreger in Mainz

In der Konferenz am Dienstagabend verlor der VfL Wolfsburg sein sechstes Spiel in Folge. Gegen den 1. FC Köln mussten sich die Wölfe mit einer 2:3-Heimniederlage begnügen. Anders erging es der Arminia, die überraschend zuhause die bisher eigentlich starken Aufsteiger aus Bochum mit 2:0 schlagen konnten. Noch deutlicher besiegte Mainz Hertha BSC. Beim 4:0 Heimsieg kam es vor dem 2:0 und in der 57. Minute zu zwei strittigen Schiedsrichterentscheidungen. 

1. FSV Mainz 05 – Hertha BSC 4:0 (SR: Harm Osmers)

Szene 1: Abseits vor dem 2:0 Teil 1

Beim 2:0 von Mainz durch Alexander Hack liegen gleich zwei mögliche Abseitsstellung Mainzer Spieler im Vorfeld vor. Zunächst befand sich der Mainzer Niakhate ziemlich sicher bei der Freistoß-Ausführung im Abseits und wurde dann mit dem anheben der Hacke aktiv.

Dabei ist hier sogar irrelevant, ob er den Ball spielt oder nicht, weil er auf alle Fälle Gegenspieler irritiert und so ins Spiel eingreift. Beim Torabschluss von Hack stand möglicherweise noch ein zweiter Mainzer Spieler im Abseits. Hier lässt sich die Abseitsstellung aber nicht eindeutig auflösen und es wäre ziemlich sicher zu einem On-Field-Review gekommen, wenn der Spieler hier im Abseits gestanden wäre. In jedem Fall hätte das 2:0 der Mainzer aufgrund der ersten Abseitsstellung von Niakhate nicht zählen dürfen und auch VAR Sascha Stegemann hätte aus meiner Sicht eingreifen müssen. [TV-Bilder]

Abseits Bild 2

Laut unserem Experten Felix Stark allerdings korrekt.

„Niakhate ging zwar zum Ball, beeinflusste dabei aber keinen Gegner und Onisiwo stand gar nicht im Abseits.“

Damit zählte das Tor wohl zu Recht! „Das ist wohl wieder eine Bewertungsfrage, also wird wieder eine Eingriffsschwellle vorliegen. Das blöde ist halt wieder, dass wir die Gründe nicht wissen“ , so Stark.

In der 57. Minute gab es Aufregung um einen Zweikampf zwischen Stark und Onisiwo nahe des Berliner Strafraums. Stark trifft den Mainzer deutlich. Ein Foulspiel, was mit einer gelben Karten zu bestrafen ist. Aber war das Foul innerhalb oder noch knapp außerhalb. Onisiwos Fuß steht zwar auf der Linie, er wird aber außerhalb getroffen, weswegen direkter Freistoß und Gelb hier die richtige Entscheidung von Osmers ist. Für den VAR besteht hier kein Grund einzugreifen. [TV-Bilder]

 

Arminia Bielefeld – VfL Bochum 2:0 (SR: Benjamin Brand) 

Amos Pieper absolvierte einen harten Zweikampf, um dann von Milos Pantovic abgegrätscht zu werden. Schiedsrichter Benjamin Brand zeigte dem Bochumer die gelbe Karte. Dabei kann man schon bei der Bewertung mitgehen, den ersten Zweikampf laufen zu lassen. Ob es auch so sinnvoll war, dies im Mittelfeld zu tun, ist die andere Frage. Das harte Einsteigen von Pantovic wurde dann mit der gelben Karte korrekt bestraft, da der Ball spielbar war, die Aktion von vorne kam und das Bein am Boden war. [TV-Bilder]

Joakim Nilson bekam den Ball im eigenen Strafraum an den abgespreizten Arm, Schiedsrichter Brand pfiff jedoch nicht. Auch VAR Benjamin Cortus riet nicht zur Korrektur. Hier war der Arm sehr wohl in strafbarer Position, der Bielefelder sah den Ball jedoch aufgrund des direkt vor ihm stehenden Gegenspielers nicht kommen. Damit liegt aufgrund der fehlenden Reaktionszeit keine Absicht vor. Es war korrekt, das Spiel laufen zu lassen!

VfL Wolfsburg – 1. FC Köln 2:3 (SR: Robert Hartmann)

In dieser Partie gab es keine strittigen spielentscheidenden Entscheidungen.

Simon Schmidt

Sportjournalist Simon Schmidt aus Bayern stieg 2020 bei IG Schiedsrichter ein und übernimmt dort die wöchentliche Kolumne zur 1. Bundesliga und den Video-Assistenten. Seither ist er Mitglied des Kompetenzteams. In seiner Freizeit engagiert er sich als Fußball-Schiedsrichter und ist leidenschaftlicher Fußball-, Formel 1- sowie Technik-Fan.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.