VAR in Freiburg zweimal früh hellwach nur Schlager hadert am Bildschirm

VAR in Freiburg zweimal früh hellwach nur Schlager hadert am Bildschirm

23. April 2022 3 Von Reiner Kuhn

(rk) Der SC Freiburg zweifelt über Handelfmeter, der Schiri hat aber Recht. In Leipzig entschied der Unparteiische trotz Eingriff nicht auf Strafstoß und lag damit absolut falsch +++ Letztlich gewinnt Union Berlin spät 2:1 und der Fußball ist wieder gerecht. Die Breisgauer büßten zwei Punkte ein +++ Greuther Fürth hingegen steigt wieder ab.

SC Freiburg 3:3 Borussia Mönchengladbach (SR: Benjamin Brand)

Früh in der Konferenz schaltete sich VAR Robert Schröder wegen des Verdachts eines strafbaren Handspiels von Höfler im eigenen Sechzehner ein und rief den Unparteiischen in die Review Area.

Was war passiert?

Schon mit dem ersten Angriff wollten die Gäste einen Handelfmeter. Höfler verhinderte einen Pass nach innen mit dem über dem Kopf am Boden liegenden Arm, was dann auch Benjamin Brand am Monitor sah. Man spricht dann von einer unnatürlichen Armhaltung. Dennoch haben die Schiedsrichter so gehandelt, wie sie es tun sollen und hier auf strafbares Handspiel zu entscheiden. Insofern hier auch für mich die regeltechnisch korrekte Entscheidung, denn der Arm über dem Kopf hatte nur den Zweck den Ball aufzuhalten und den Gegner um eine gute Torposition zu bringen.

Kurz nach Wiederanpfiff wurde Schiedsrichter Brand erneut in die Kabine geschickt. Dort ging es um einen möglicherweise elfmeterwürdigen Tritt Lainers gegen Höfler. Nach wenigen Augenblicken gab der Unparteiische Strafstoß für Freiburg. Auch hier die richtige Entscheidung.

RB Leipzig 1:2 FC Union Berlin (SR: Daniel Schlager)

Nach einer Stunde Aufregung im Leipziger Strafraum! Bei einem Angriff der Gäste landete der Ball bei Gießelmann, der per Drop Kick abschloss und danach deutlich vom RB-Defensivspieler Mukkiele mit der Sohle am Knie fernab des Balls getroffen wurde. Der Ball war zu diesem Zeitpunkt schon weg, die Aktion abgeschlossen. Vielleicht entschied sich Schiedsrichter Schlager deswegen gegen den Pfiff. Doch VAR Johann Pfeifer aus Köln meldete sich und bat Schlager zum Review. Dort schaute sich der junge FIFA-Schiedsrichter die Szene mehrmals an. Irgendwie entstand so ein bisschen der Eindruck, dass er sich nicht entscheiden kann. Perspektiven liefen teilweise 10 Mal. Dann die große Überraschung! Schlager blieb bei seiner Entscheidung.

Eine unverständliche Entscheidung! Hier liegt ein klares Treten vor. Da ist dann weder relevant, ob der Treffer ursächlich für das Fallen ist (Prömel sprang mit dem anderen Bein leicht ab) noch ob die Aktion spielerisch bereits abgeschlossen war, solange der Ball zum Zeitpunkt des Foulspiels noch im Spiel ist. Das Treten muss hier laut Regel 12 mit einem Strafstoß geahndet werden. Ob unabsichtlich oder nicht spielt keine Rolle.


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(rk)

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