Dynamo verpasst den Sprung auf den Relegationsplatz

Dynamo verpasst den Sprung auf den Relegationsplatz

9. Juni 2020 21 Von IG Schiedsrichter

(red/ss) Dynamo Dresden kam im Nachholspiel des 27. Spieltags zu Hause gegen die SpVgg Greuther Fürth nach schwacher erster Hälfte und Rückstand nicht über ein 1:1 hinaus und verpasste somit die große Chance, mit dem Tabellen-16. Karlsruher SC punktemäßig gleichzuziehen. Fürth muss sich ärgern, da sich die SpVgg nicht für eine starke erste Hälfte belohnen konnte.

Mit der Spielleitung im Nachholspiel vom 27. Spieltag zwischen Dynamo Dresden und der SpVgg Greuther Fürth wurde Christoph Günsch aus Berlin beauftragt. Ihm assistierten Stefan Lupp (Zossen) und Jan Seidel (Oberkrämer). Im VAR-Center in Köln-Deutz beobachtete Bundesliga-Schiedsrichter Dr. Robert Kampka das Geschehen.

Die Partie begann direkt mit einer frühen gelben Karte in der ersten Minute für den Fürther Sarpei nach einem taktischen Foul im Mittelfeld. Diese Verwarnung ging in Ordnung, da man hier durchaus von einem aussichtsreichen Angriff sprechen kann, welcher unterbunden wurde. Für Sarpei war es die fünfte gelbe Karte weswegen er beim Frankenderby am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg gesperrt sein wird.

Nach 5 Minuten gleich die zweite gelbe Karte in dieser Nachholpartie. Diesmal für Dresdens Wahlqvist nach einem Zweikampfduell gegen Wittek. Erst schubste er diesen, dann traf der Fürther den Dresdner hinten an den Hacken, dann drehte sich Wahlqvist um und gab Wittek nochmal einen Stoß. Hier ist aufgrund des letzten Vergehens die Verwarnung in der Summe schon in Ordnung, dennoch hätte diese Aktion mit einem früheren Foulpfiff für die Fürther vermieden werden können.
In der 13. Minuten dann die Führung für die Gäste durch Keita-Ruel, der eine Flanke von der linken Seite im Zentrum verwerten konnte. In weiteren Spielverlauf dominierten die Gäste die Partie gegen den Tabellenletzten und kamen immer wieder zu Chancen. Mit einer verdienten 1:0-Führung für die Fürther ging es dann in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit drehte sich dann das Spiel, Dynamo kam besser wieder in die Partie. In der 48. Minute die nächste gelbe Karte für Marco Terrazzino, der Ernst zu Boden zog. Auch diese Verwarnung ist vertretbar. Nach 54 Minuten dann der Ausgleich für Dynamo Dresden! In der Folge eines Eckballs stieg Makienok hoch und konnte zum 1:1 einköpfen. Kurz darauf ein härteres Foulspiel von Petrak. Der mit offener Sohle reinging und den Gegenspieler oberhalb des Knöchels traf. Weil die Intensität sich allerdings in Grenzen hielt ist hier die Verwarnung gerade noch vertretbar. Im weiteren Verlauf ging es immer wieder hin und her, beide Mannschaften hatten gute Chancen auf die Führung. Dann gab es wieder Gelb für einen Dresdner. Nikolaou mit einem härteren Foulspiel gegen Meyerhöfer, die Verwarnung ging auch in Ordnung.
Kurz vor Schluss eine weitere Chance für den Gastgeber. Makienok hatte den Doppelpack auf dem Fuß, schoss aber knapp rechts am Tor vorbei.
In der Nachspielzeit dann die riesen Chance zur Führung für die SpVgg durch Tillman, der aber beim Abschluss ca. sechs Meter vor dem Tor zu lange zögerte. In der letzten Aktion der Partie dann nochmal ein Aufreger! Joker Königsdörffer sprintete in der 94. Minute nochmal mit Tempo in den Fünfer und wurde am linken Alu von Jaeckel gestoppt. Ob der Fürther erst den Ball traf, ist in der Realgeschwindigkeit  schwer zu sagen. In den Wiederholungen sah man, dass der Dresdner ihn erst leicht am Fuß, im Fallen dann auch noch den Ball getroffen hatte. Schiedsrichter Günsch ließ weiterlaufen und spricht sich dann nach einem kurzem Kontakt zu Videoschiedsrichter Kampka für weiterspielen aus und pfiff die Partie ab.

Keine extrem klar falsche Fehleinschätzung

Eine schwierige Situation, Königsdörffer suchte den Kontakt und wurde eben leicht am Fuß getroffen, aber insgesamt hätten sich die Fürther über einen Strafstoßpfiff nicht beschweren dürfen, bei Geschwindigkeit reicht ein minimaler Kontakt. Ein Kann-Strafstoß! Hier ist dann auch wieder die Wahrnehmung des Schiedsrichters entscheidend und da er auf weiterspielen entschied, griff der VAR nicht ein, da es keine hundertprozentige klare Fehlentscheidung ist. Aus unserer Sicht wäre aber der Strafstoß die richtigere Entscheidung gewesen. Jedoch muss dies der Schiedsrichter entscheiden. Das ist keine Situation die den VAR betrifft und dieser eingreifen kann.

Der Video-Assistent soll Diskussionen verhindern, nicht erzeugen 

Aufgrund des engen Spielstandes und der nicht eindeutigen Situation ist die Entscheidung zu vertreten. Ein Elfmeter -gerade in der Phase- muss immer klar sein.

In den zwei Wiederholungen die wir gesehen haben, ist zu erkennen dass er erst den Fuß trifft, dann im Fallen den Ball.
Wir würden diese Szene mit dem Pokalfinale 2018 vergleichen, deswegen ist es eher eine ungünstige Entscheidung, wenn man ihm es auch nicht als großen Fehler ankreiden kann.

Am Ende verpasste Dresden den Sprung auf den Relegationsplatz 16 und blieb Tabellenletzter (punktgleich mit dem 17. Wiesbaden bei aktuell noch einem Spiel weniger).

Fazit: Christoph Günsch leitete die Partie mit einer zunächst eher für die Bundesliga kleinlicheren Linie, im Laufe des Spiels passte er diese allerdings dem Spielgeschehen gut an. Kurz vor Schluss verweigerte er dann Dynamo den Strafstoß, eine noch vertretbare, wenn auch ungünstige Entscheidung. Insgesamt eine zufriedenstellende Leistung in einem normal zu leitenden Spiel.

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