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Drakonisches Urteil in Hamburg – Ein Kommentar der IG Schiedsrichter

Nur vier Jahre Sperre für den Schiedsrichter-Schläger! 

Können wir zufrieden sein? Haben wir doch drei Jahre Mindestsperre bis zu 8 Jahren Sperre gefordert. Auf jeden Fall ein richtungsweisendes Urteil vom Hamburg Fußball-Verband für andere Verbände. Schiedsrichter sind in allen Verbänden des DFB zu schützen und sind absolut tabu. Jeder, der einen Schiedsrichter schlägt muss auch in anderen Verbänden des DFB lange gesperrt werden. Und darf auch mindestens im Gebiet des DFB nicht mehr spielen. Das muss sicher gestellt werden.

Wenn man diese Zeugenaussage liesst, sind die vier Jahre Sperre eindeutig zu wenig.
„Eine Zeugin, die Krupunder/Lohkamp mit zu Gericht gebracht hatte, beschuldigte den früheren Nationalkeeper indes schwer: „Ich stand zwei Meter von der Szene entfernt. Der Torwart ist im Vollsprint zum Schiedsrichter gelaufen und hat ihm mit der rechten Faust ins Gesicht geschlagen!“

Details zum Urteil:

Drakonische Strafen nach Spielabbruch und Gewalt in Kreisliga

Das Urteil ist erstmal okay, deutlich mehr als unsere Forderung von drei Jahren, aber aufgrund der Schwere der Tat und einem gezielten Schlag mit Anlauf, dann doch eher am unteren Rand. Da würden wir uns in Zukunft noch härtere Strafen wünschen. 

Mal offen und ehrlich. Bei einem lächerlichen Urteil vom FV Hamburg war ein neuer Streikaufruf der IG Schiedsrichter für die Amateur-Schiedsrichter geplant. Der Wind ist jetzt erst mal aus den Segeln genommen. Hoffen wir das die neue DFB- und Verbandskampagne Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung für den Schiedsrichter schnell Früchte trägt. Diese in die Vereine getragen und den Spielern, Trainern und Zuschauern rüber gebracht wird. Die Schiedsrichter selbst möchten wir in Eigenkritik aber auch erwähnen.

Und wir nicht in naher Zukunft wieder von Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter berichten müssen. 

Wir möchten in Zukunft nicht von einem toten Schiedsrichter berichten.  

Die Verbandspräsidenten alle Verbände sollten sich jetzt alsbald mit dem DFB-Präsidenten treffen und über restriktive Änderungen der RuVO´s bzw. Strafordnungen in allen Verbänden beraten. Wie wir schon in der IG Schiedsrichter treffend dargestellt haben, sind die Verfahrensordnungen teilweise noch aus einer Zeit wo die Welt, der Respekt vor dem Schiedsrichter noch in Ordnung waren.

Heute ist das nicht mehr so. Die Gewaltbereitschaft auf den Sportplätzen oder allgemein in der Gesellschaft ist massiv gestiegen. Auch die DFB-Statistik zeigt da eine deutlich negative Tendenz zu Spielabbrüchen bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter. Strafen müssen abschrecken. Wer die Hand gegen einen Schiedsrichter erhebt muss wissen: Ich werde definitiv lange gesperrt! Keine Gnade, keine Chance. 

Wir Schiedsrichter sollten allerdings auch selbst mitwirken. Fair wie eh und je pfeifen, korrekt entscheiden, aber nicht als Spielleiter provozieren. Fairplay geht der Entscheidung des Schiedsrichters im Zweifel vor. Wir sehen als IG Schiedsrichter dafür eine Chance für das längst versprochene Deeskalations-Training für Schiedsrichter. Erforderlich ist aber dafür, dass auch viele Schiedsrichter zu den Weiterbildungen in Präsenz kommen und nicht mit Abwesenheit glänzen.

Hier die Artikel der IG Schiedsrichter lesen:

 

Anton Dinslaken

Dipl. Kaufmann Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Andreas

    Ich finde die Strafe angemessen. Was ich noch konsequent finden würde wäre im Wiederholungsfall Punktabzug für die Mannschaft und lebenslange Sperre für den Spieler

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