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Nach brutaler Attacke auf Schiedsrichter in Hamburg

Im Hamburger Fußballverband wurde ein Schiedsrichter nieder geschlagen. Der Kollege musste ins Krankenhaus. Wir haben berichtet.

In der Pressemitteilung vom HFV beim Spiel des Hamburger Berg gegen Lohkamp zeigten sich die Verantwortlichen geschockt. FV-Media-Service 17-2023 – HFV geschockt von Gewaltvorfällen beim Spiel Hamburger Berg gegen Lohkamp

RuVO Hamburg

Fupa bringt eine Stellungnahme des Vereines SV Krupunder/ Lohkamp https://www.fupa.net/news/nach-schiri-attacke-stellungnahme-vom-sv-krupunderlohkamp-2932265

Interessant ist in der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVo) des HFV das ein Bericht des Schiedsrichters ein Verfahren einleitet. Das ist in den RuVO der anderen Verbände im DFB sonst kaum zu finden.

HFV-Präsident Christian Okun zeigt sich bestürzt… 👉 https://youtu.be/IGYkixYHacE

Nach der brutalen Attacke zeigt sich der Präsident vom HFV zwar bestürzt. Ein Verfahren ist eröffnet. Jeder Fall ist ein Fall zu viel. Der Täter wird nach der RuVO des HFV bestraft werden.Gewalt hat auf dem Fussballplatz nichts zu suchen. Die Sportgerichtsbarkeit muss entscheiden. Gemäß den Bestimmungen des HFV muss die Sportgerichtsbarkeit ein Urteil fällen. Darauf vertraut er.

Also 6 Monate bis höchstens 5 Jahre. Hier muss es ein deutliches Urteils von mindestens 36 Monate geben! Die Sperre muss für alle Spiele seines Vereins gelten, einschließlich Pokal- und Freundschaftsspiele.

Das war es dann aber auch. Keine PR-Aktion, kein Hinweis geplant. Das ist doch eindeutig viel zu wenig nach so einem krassen Vorfall.

B. Verfahrensvorschriften
§ 11 Einleitung und Umfang von Verfahren, Akteneinsicht

(3) Der Bericht von Schiedsrichter*innen an den spielleitenden Ausschuss oder an das Rechtsorgan stellt stets einen solchen Antrag dar.

Das Verfahren gegen den Schiedsrichter Schläger ist beim HFV eingeleitet. Läuft also. Antwort der Pressestelle vom HFV:

„Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, äußern wir uns nicht umfangreicher zu dem Vorfall, als der Pressemitteilung zu entnehmen ist. Der Strafrahmen ist der aktuellen Rechts-und-Verfahrensordnung RuVO Hamburg Stand 2022 des HFV zu entnehmen!“

Kommen wir zum evtl. möglichen Strafmass für den Schiedsrichter Schläger:

㤠32 Abs. (16) RuVO

Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter*innen oder Schiedsrichterassistent*innen:
Sperre von 6 Monaten bis zu 5 Jahren und/oder Geldstrafe bis zur Höhe von zu 5.000,00 € im Einzelfall
Ab einer ausgesprochenen Sperre von mindestens 6 Monaten werden der Mannschaft des Verurteilten 6 Punkte abgezogen. Im Wiederholungsfall können weitere Punktabzüge und der Ausschluss der Mannschaft des Verurteilten aus dem Spielbetrieb erfolgen!“

Die Forderung der IG Schiedsrichter bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter bzw. Assistenten lautet:

Drei Jahre Mindestsperre – in schwereren Fällen bis zu acht Jahre.

Das Strafmass von 6 Monaten schreckt wie man sieht nicht ab. Restriktivere Strafen müssen nieder geschrieben werden.

Wir blicken auf Hamburg und den HFV und erwarten das Urteil.

Die neue derzeit laufende Respekt Initiative vom DFB und den Verbänden finden wir gut, 

Haben wir in 2022 beim Streikaufruf schon genau diese PR Aktion als Forderung an den DFB gestellt. 

Quod erat demonstrandum. Die PR Kampagne läuft aktuell. Die IG Schiedsrichter gibt nicht auf. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Das Strafmass bei Tätlichkeiten gegen Schiedsrichter bzw. Assistenten muss einheitlich in allen Verbänden eine Mindeststrafe von 3 Jahren bis zu 8 Jahren sein.

Was meint Ihr? 

Auch hier rein lesen:

Anton Dinslaken

Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Bernd Kelp

    Dann müsst ihr viel ändern, die Schiedsrichter in den Amateure Ligen sind die Leidtragenede zur Zeit, die werden bespuckt , erniedrigt, beleidigt und haben kein großen Schutz und was machen die Bundesliga Schiedsrichter Fehler über Fehler, verlassen sich nur noch auf den VAR, und werden noch geschützt vom DFB . Mittlerweile Pfeifen 14 Jährige Schiedsrichter die gezwungen sind worden vom eigenen Verein es zu machen das der Verein keine Strafe zahlen muss, aber die Jung Schiedsrichter sind überfordert, werden empfangen mit einer Aggression von den Spieler und das schlimmste sind die Zuschauer und Trainer. Und zur letzten der Lauf Test(Helsentest), ab da trennen sich die Wege von vielen Jung Schiedsrichter, warum muss man im Amateure Bereich genauso laufen wie in den Profi Bereich, verstehen viele nicht aber wie es ist es wir durchgezogen bis zum bitteren Ende. Meine Empfehlung überdenken vieles im Schiedsrichter Bereich sonst erwacht ihr zu Spät.

    1. Anton Dinslaken

      Danke Bernd Kelp. Solche sachlichen Rückmeldungen im Detail brauche ich für meine Artikel. Das mit den Jung Schiedsrichtern und den Test war mir nicht bekannt. Und auch richtig: wir sollen uns als Schiedsrichter natürlich nicht nur im Mittelkreis aufhalten, aber ein Leistungstest ist bei der Kreisliga nicht unbedingt notwendig. Im Kreis Heinsberg, wo ich pfeife, brauchen wir Älteren mindestens den Regeltest bei der LP mit machen, jedoch nicht laufen. Nicht mit laufen bedeutet dann aber, nur noch KLC und KLD pfeifen.

      Wir können in der IG Schiedsrichter natürlich nichts beschliessen. Und auch nur Vorschläge machen. Wobei ich den Eindruck habe, die Vorschläge werden oben gar nicht gelesen.

  2. Andreas

    Danke für das löschen der Kommentare

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