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Cem Sayilgan (Foto: FVM)

Verband streicht 55 Schiedsrichter – vorläufig: „Eine Frechheit“

Schiedsrichtermangel im Kreis Berg. Cem Sayilgan, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses schlägt die Alarmglocke. Dem FVM geht das Licht aus.

Die stolze Zahl von 55 Schiedsrichtern dürfen ab 01.02.2023 im Kreis Berg / FVM lt. Cem Sayilgan, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses nicht mehr pfeifen, weil sie das obligatorisch verlangte erweiterte Führungszeugnis nicht beigebracht haben. „Ein Drittel der Belegschaft!“ Die Schiedsrichter werden alle inaktiv gestellt, bis das Führungszeugnis vorgelegt wird. Mit der Folge das zahlreiche Partien im Kreis Berg nicht mehr besetzt werden können. Das Chaos ist vorprogrammiert. Am gestern gestarteten Lehrgang für Anwärter nehmen nur 20 Personen teil. 

Wie ist es dazu gekommen? Zum 31.12.2022 mussten alle Schiedsrichter beim FVM das erweiterte Führungszeugnis, welches kostenlos bei der Stadt / Gemeinde beantragt werden kann, beim FVM vorlegen. Das soll dem Schutz von Kinder -/ und Jugendlichen dienen.

Gibt’s wohl auch nur im FVM 

Der Sinn ein Führungszeugnis vorzulegen, weil es dem Schutz der Jugend vor sexuellen Übergriffen dient, verstehe ich, aber man könnte abstufen. Der FVM legt sich mit dieser General Forderung beim Schiedsrichtermangel selbst auf Eis. Auf der anderen Seite ist es administrativ eigentlich kein Problem das Führungszeugnis bei der Stadt / Gemeinde zu beantragen.

Wie mag das mit der Vorlage der erweiterten Führungszeugnisse in den anderen 8 FVM Kreisen aussehen? 

„Eine Frechheit“

Unter anderem wurde auf dem Staffeltag des Fussballkreises Berg auch eine Erhöhung der Kostenpauschalen ins Spiel gebracht (der FVM möchte in der Kreisliga die Spesen um nur 5 Euro pro Spiel erhöhen), um so eine Attraktivitätssteigerung zu bewirken. Zum 1. Juli sollen die Spesen beziehungsweise Pauschalen im FVM zwar klettern, doch im Hinblick auf die gezahlten Summen fand Cem Sayilgan klare Worte: „19 oder 24 Euro sind eine Frechheit. Andere Verbände zahlen mehr“ , beklagte er aber nicht nur die seiner Meinung nach zu niedrige Aufwandsentschädigung, sondern auch die mangelnde Wertschätzung gegenüber den Unparteiischen. 

Hier weiterlesen:

Ich hatte zum Themenbereich Spesenerhöhung und Untersoll-/ bzw. Berechnung beim FVM bereits ausführlich berichtet:

Anton Dinslaken

Dipl. Kaufmann Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Helmut Wittiger

    Unterschied international. Sr Detlef Siebert hat beim Spiel der Uruguayer in der WM von seinem Strafrecht keinen Gebrauch gemacht. Trotzdem werden 4 Spieler gesperrt.
    Wenn ich das nicht mache heißt es nur. Du hättest ja von Deinem Strafrecht Gebrauch machen können und es passiert nichts.

    Eine Trainerin hat ein Passbild bei zwei Spielerinnen eingeklebt und wird deshalb lebenslänglich gesperrt. Wenn ein Schiedsrichter geschlagen wird, dann sind 6 Monate Sperre schon sehr lang.

    Dies sind zwei Beispiele aus denen man lernen kann, was der Verband für seine Schiedsrichter tun kann!

  2. Thomas

    Naja, es geht darum, Kinder zu schützen, was auch richtig ist.
    Ein wenig affig fande ich es aber, unterschreiben zu sollen, nicht mit den Jungs unter 18 duschen zu sollen.

    Ist mir eigentlich ziemlich egal, dennoch mit 23 soll ich den 17 Jährigen JSR dann bitten, die Dusche zu verlassen, wenn er von sich aus kommt? In unseren Team ist das uns eigentlich egal, dennoch empfand ich das erst als mulmig danach, ob ich deswegen dann rausgeworfen werde.

    Was quatsch ist meiner Meinung nach, ist SR inaktiv zu stellen, die kein erweitertes Führungszeugnis abgeben, weil vielleicht irgendwas irrelevantes drin steht (sofern nicht sexuelle Straftaten überhaupt im erweiterten drin stehen).
    Man sollte diese Kollegen dann in Jugendspielen aussen vor lassen und die dürfen dann eben nur Senioren pfeifen. Da ist doch kein Problem dabei.

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