Mit Video | Ball im Aus oder nicht?

Mit Video | Ball im Aus oder nicht?

8. November 2019 4 Von IG Schiedsrichter

Dynamo Dresden hat den Kellerkrimi gegen Wehen Wiesbaden mit 1:0 für sich entschieden und damit die Rote Laterne an den Gegner abgegeben. Der VAR kassierte im ersten Abschnitt einen Treffer der Gäste ein, ehe Jeremejeff die Hausherren auf Kurs brachte.

Schäffler hatte einen Konter aus 14 Metern humorlos mit links abgeschlossen, beim vorausgegangenen Dynamo-Angriff hatte das Spielgerät die Torauslinie aber offenbar mit vollem Umfang überquert: Nach VAR-Analyse nahm Referee Martin Petersen den Gästetreffer zurück.

Die Szene ist auf jeden Fall strittig, da man in keiner der gezeigten Einstellungen einen klaren deutlichen ‚Ball im Aus‘ erkannte. Wie gesagt der Ball ist rund und wenn sich auch nur eine Ecke des Balls auf der Linie befindet, ist dieser weiterhin im Feld. Allerdings sagen die Regeln, wenn eine Regelwidrigkeit im gesamten Angriffszug vorhanden ist (hier der Ball möglicherweise im Toraus) darf das nachfolgende Tor nicht zählen, völlig egal wieviel Sekunden dazwischen liegen, es zählt dann hier der Angriffszug. Da Assistent Robert Wessel das mögliche Aus nicht mit der Fahne signalisiert, wurde es somit nicht faktisch auf dem Feld entschieden und Petersen durfte sich die Situation draußen nochmal ansehen.

Aber es bleibt wirklich Frage offen, war der Ball mit voller Umdrehung im Toraus und dann kann die schräge TV-Perspektive nicht einhundertprozentig beweisen. Das ist eine Frage der Perspektive, die der Video-Schiedsrichter aber auch der Schiedsrichter bewerten muss. Es geht darum, ob der Ball vor der Torerzielung in der eigenen Hälfte im Toraus war. Zwar hat Wehen Wiesbaden nach dieser Situation ohne zwischenzeitlichen Eingriff der Dresdener den Angriff geführt. Ob man im eigenen Strafraum bereits von einem Beginn der Angriffsphase sprechen kann, ist für mich höchst zweifelhaft.

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