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Nichts unversucht lassen

Ich möchte zum Schutz der Schiedsrichter nichts unversucht lassen. Daher habe ich den Ministerpräsidenten in NRW, Herrn Wüst und den Innenminister NRW, Herr Reul, sowie den Präsidenten des FVM, Herrn Dr. Katzidis aktuell informativ fordernd angeschrieben! Dito den Landrat Pusch aus Heinsberg, in dessen Kreis die Schlägerei auf der Sportanlage im Mai 2022 in Scherpenseel statt fand.
Seit 2019 (Innenministerkonferenz) ist auch in der Politik erkennbar nichts zum Schutz der Schiedsrichter geschehen. Ein tätlicher Angriff auf einen Schiedsrichter ist immer noch ein Antragsdelikt des Geschädigten und wird nicht von Amts wegen verfolgt.
Von den Verbänden, ich bin beim FVM Schiedsrichter, ist dito keine Verschärfung der Rechts- / und Verfahrensordnung zum Schutz der Schiedsrichter zu erkennen. Ein noch unter dem alten FVM Präsidenten Bernd Neuendorf in 2019 versprochenes Deeskalations Training für die Schiedsrichter wurde bis dato nicht durchgeführt.
Vom FVM kam eine Rückmeldung. Dort sieht man die Konstruktiv  Kritiker wie mich als Image Schädiger. „Wollen wir mehr SR, dann brauchen wir Begeisterung für das Hobby!“
Begeisterung? Wenn ich nicht noch so begeistert vom Hobby Schiedsrichter wäre, dann würde ich mir das Ganze gar nicht antun. Hätte längst wie viele andere auch, die Pfeife an den Nagel gehängt. Image schädigen? Sprich, schön den Mund halten, damit es weiter gehen kann wie bisher! Das Schiedsrichterwesen also noch tiefer in den Brunnen fallen lassen.
Weiter gehen wie bisher? Der Schiedsrichterschwund ist nicht mehr zu verleugnen. Das sind also die Kritiker schuld, welche positive Veränderungen fordern. Nicht die Schläger auf dem Sportplatz, nicht die Funktionäre, welche die Augen verschliessen, nein die Kritiker. Tolle Analyse des Geschehens!
Die Probleme im Schiedsrichterwesen sollten offen und objektiv angegangen werden. Alle und auch ich sollten ihren Teil beitragen und auch dürfen. Die Gesellschaft hat sich verändert und wer die heile Welt propagiert hat nichts verstanden.
Allen Kolleginnen und Kollegen ein Allzeit Gut Pfiff!
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Mail vom 27.08.2022.
Sehr geehrter Herr Innenminister Reul, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wüst,
sehr geehrter Herr Landrat Pusch, sehr geehrter Herr Präsident des FVM, Dr. Katzidis
Das war im Jahr 2019. Innenministerkonferenz. „Innenminister wollen Schiedsrichter stärker vor Gewalt schützen!“ Zum Artikel: https://www.hasepost.de/innenminister-wollen-schiedsrichter-staerker-vor-gewalt-schuetzen-162520/
Und dies ist die aktuelle Situation in 2022.
Und dies das Sportgerichts Urteil gegen Spieler von Germania Hilfarth (Kreis Heinsberg).
Die Aktenzeichen der Polizei bzw. Staatsanwaltschaft der Schlägerei auf dem Sportplatz in Scherpenseel – Az 220410-1940-087495 – 402 Js 1005/22 Derjenige, welche den Schiedsrichter schlug, war ein Zuschauer. Den niemand kennen wollte.
Die Polizei konnte nicht weiter ermitteln, weil ein Angriff auf einen Schiedsrichter ein Antragsdelikt ist.
Aus dem Fall auf der Platzanlage in Scherpenseel entwickelte sich ein Schiedsrichter-Streik, welcher bundesweite Presse fand.
Das Fazit zum Schiedsrichter Streik zum 15.05.2022.
Die, wie man so sagt, warme Worte der Politik zur Innenminister Konferenz in 2019 (was ist daraus entstanden?)
und dito von den Funktionären des DFB und den Verbänden bringen uns beim Schutz der Amateur Schiedsrichter nicht weiter.
Das Schiedsrichterwesen beim DFB liegt im tiefen Brunnen, von mal ca. 78.000 Schiedsrichtern nur noch knapp 44.000, Stand 2021. Der Schiedsrichterschwund. Das liegt im Wesentlichen auch am Thema Gewalt gegen Schiedsrichter.
Die Gesellschaft hat sich verändert. Die Gewaltbereitschaft nimmt klar zu. Appelle zu Respekt und Fairness verpuffen.
Die amtierende Politik und auch der DFB und die Verbände sollten jetzt reagieren.
Für die Politik wünsche ich mir bei tätlichen Angriffen auf Schiedsrichter die Hochstufung vom Antragsdelikt zum Offizialdelikt.
Für die Verbände und DFB wünsche ich mir stringente Strafen bei tätlichen Angriffen auf Schiedsrichter.
Beides zu ändern haben nur die Politik und die Verbände / DFB in der Hand. Ein Schiedsrichter hat kein Antragsrecht.
Schauen Sie sich die Situation mal an und bitte überlegen Sie, evtl. gemeinsam, welche gesetzlichen, verschärfenden Maßnahmen zum Schutz der Schiedsrichter möglich sind.Warme Worte haben wir allerdings genug gehört.
Mit sportlichem Gruss, Anton Dinslaken (Schiedsrichter)

Anton Dinslaken

Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

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