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Kriminologin Thaya Vester (Foto: privat)

Kriminologin Thaya Vester: „Alle waren sich einig, dass es so nicht weiter gehen kann“

Seit Jahren untersucht die Tübinger Kriminologin Thaya Vester die Ursache für die zunehmende Gewalt auf deutschen Fußballplätzen. Im Interview spricht sie über Spielabbrüche, die Scheu der Schiedsrichter vor Anzeigen, Versäumnisse der Verbände und vollmundige Ankündigungen von Politikern, denen zu selten Taten folgen.

„Reagiert die Politik angemessen?
Es ist schon erstaunlich, wie groß Bestürzung und Beileid unmittelbar nach dem Gewaltakt in Frankfurt waren. Ähnliche Reaktionen gab es auch im Spätherbst 2019, als mehrere brutale Übergriffe gegen Schiedsrichter publik wurden. Die Innenminister sprachen darüber, die Sportministerkonferenz, die Ministerpräsidenten – und was ist daraus geworden? Seitens der Politik kam seitdem kaum Sichtbares, außer dem Vorzeigeprojekt „Verein(t) gegen Rassismus“. Das ist ein gutes Projekt, umfasst aber nur vier Pilotstandorte und Thema ist nur der Rassismus, nicht aber die Gewalt als solche“.

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Gesagt getan, auch die amtierende Politik wird jetzt in die Verantwortung genommen. Zunächst folgte eine Petition nach Art. 17 GG an die Stadt Baesweiler. Riesen Erfolg, Platz-/ bzw. Hallenbetretungsverbote beschlossen, hier weiterlesen: https://ig-schiedsrichter.de/platzbetretungsverbote-schutz-der-schiedsrichter-beschlossen/

Im folgenden haben wir bei der IG Schiedsrichter eine Muster-Petition nach Art 17 GG veröffentlicht, jede Schiedsrichterin, jeder Schiedsrichter kann diese kostenlos bei seiner Stadt/Gemeinde einreichen, damit die Kommunalpolitik tätig werden muss. Hier geht es zur Muster-Petition: https://ig-schiedsrichter.de/muster-petition-nach-art-17-gg-schutz-der-schiedsrichter-und-ehrenamtler/

Ich habe jetzt nach der Stadt Baesweiler gleichlautende Petitionen nach Art. 17 GG in meinem näheren Umfeld, in der Stadt Alsdorf, Stadt Herzogenrath, Stadt Würselen, Stadt Eschweiler, Stadt Heinsberg und Stadt Aachen eingereicht. Bei einer Petition >>>müssen<<< sich die Kommunalpolitiker mit dem Thema befassen. Müssen Nägel mit Köpfen machen, wie man so schön sagt. Platz-/ bzw. Hallenbetretungsverbote gegen Gewalt-Täter beschliessen.

15 Minuten Streiken, Spieltag absagen, Gelaber und Entrüstung, Was hat es gebracht? Sitzen die oberen Funktionäre bei Bier und Schnittchen und lachen uns aus? Sind die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter denn die Deppen der Nation? Das Freiwild? Wollt Ihr das es so weiter geht? Mit Gelaber und Entrüstung, ohne Taten, so lange bis ein Kollege tot auf dem Platz liegt?

So kann und darf es in Zukunft nicht weiter gehen. Werdet selbst aktiv. Also #GemeinsamgegenGewalt.

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Anton Dinslaken

Dipl. Kaufmann Anton Dinslaken ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Schiedsrichter zudem Mitglied im Bundesverband der Fachjournalisten e.V. (Bdfj).

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